High PERFORMance

Souverän bei Präsentationen, Interviews & Pressekonferenzen

Lesezeit: 5 Minuten

Jeder hat das schon mal erlebt: feuchte Hände, flache Atmung, Stress. Etliche Augenpaare starren dich an und erwarten, dass du etwas Kluges sagst.

Je höher man die Karriereleiter erklimmt, desto häufiger steht man in der Öffentlichkeit – sei es bei Präsentationen, Interviews oder Pressekonferenzen. Doch selbst mit jahrelanger Erfahrung kann es vorkommen, dass plötzlich die Stimme dünner klingt oder ein Körperteil seltsame Zuckungen entwickelt. Grund dafür ist, dass unser Körper in solchen Situationen mit Adrenalin geflutet wird. Eigentlich ist das positiv: Wir sind besonders konzentriert und leistungsfähig. Problematisch wird es erst dann, wenn zu viel Adrenalin in Kombination mit dem Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird. Dann nämlich quittiert der Hippocampus seinen Dienst und das Hirn ist wie leergefegt. Worst-Case: Blackout.

Doch so weit muss es nicht kommen!
Wir haben ein paar „Dauerbrenner“-Themen identifiziert und verraten (+++Achtung Spoiler-Alert+++) hier ein paar Lifehacks für den Auftritt:


„No comment“ ist auch (k)eine Antwort

Es ist nicht immer leicht, auch dann noch cool zu bleiben, wenn Pressevertreter mit kritischen Fragen bohren („Ist der Vorstandsvorsitzende wirklich der Richtige für den Job?“, „Belastet es Sie, in einem Skandalunternehmen zu arbeiten?“). Darauf mit „Kein Kommentar“ zu antworten, ist wenig souverän. Versuche stattdessen Folgendes:

  • Bleib auf Kurs: Wiederhole deine Kernbotschaften.
  • Bleib bei deinen Leisten: Sprich ausschließlich über dein eigenes Kompetenzgebiet.
  • Bleib bei den Fakten: Spekulieren ist tabu.
  • Bleib höflich: Auch wenn dir nicht danach ist. Die Fragesteller wollen dich in aller Regel nicht persönlich angreifen – sie machen einfach ihren Job.

Connect through eye contact
Augenkontakt stellt eine Verbindung zwischen Sprecher und Zuhörer her. Klingt trivial, ist es aber nicht. Denn auch vor einem großen Publikum neigen wir dazu, jeden und jede ansehen zu wollen. Das wirkt aber schnell gehetzt. Profis empfehlen daher, den Blick in Form eines großen „M“s durch den Raum wandern zu lassen: Wende dich jemandem zu, der links von dir in einer der vorderen Reihen sitzt, nach ein paar Sätzen wandert dein Blick nach hinten, schließlich in die Mitte des Raums und so fort.

„Ich, äh, also ähm…“
Die „Problembär“-Äußerungen des ehemaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber haben längst Kultstatus – und zwar weniger, weil sie rhetorisch so brillant sind, sondern weil sie von Füllwörtern nur so strotzen. Dann leidet nicht nur die Verständlichkeit, sondern auch die Glaubwürdigkeit. Wenn du ebenfalls zu Füllwörtern neigst, kann es helfen…

  • auf kleine Sprechpausen zu achten. Füllwörter gönnen dem Gehirn winzige Denkpausen, aber wenn du selbst regelmäßige Breaks einbaust, werden die „Ähms“ überflüssig.
  • die Stimme am Satzende bewusst zu senken. Tut man das nicht, hört sich der Satz unfertig an und es schleicht sich leichter ein „Ähm“ ein.

(Stimm-)Gewaltig überzeugen
Kennst du die Anekdote von Demosthenes, einem der bedeutendsten griechischen Redner? Angeblich übte er seine Vorträge, indem er mit Steinchen im Mund gegen die Meeresbrandung ansprach. Keine Sorge, du musst jetzt nicht gleich in den nächsten Baumarkt stürmen, um dich mit Kieselsteinen einzudecken. Aber durch die richtige Vorbereitung kann jeder noch mehr aus seiner Stimme herausholen. Um zum Beispiel eine deutlichere Aussprache zu trainieren, versuch dich doch mal an folgenden Sätzen (klingt albern, aber hilft wirklich ;)):

  • Pfiffig pfeifen aus Näpfen
  • Dass schmatzende Schmachter schmiegsam
  • Ketzerkrächzer petzten jetzt kläglich

Atmen!
Die Atmung verändert sich bei vielen Menschen im Laufe ihres Lebens von einer Bauch- hin zu einer flacheren Brustatmung. Ungünstig: denn durch die Bauchatmung wird der Blutdruck gesenkt und wir entspannen uns. Versuch doch mal die 4×4-Methode:

  • Augen schließen, aufrecht sitzen oder stehen
  • tief einatmen und bis 4 zählen
  • ausatmen und wieder bis 4 zählen
  • insgesamt 4 Wiederholungen

P.S.: Wenn dein Bauch sich beim Atmen kräftig hebt und senkt, weißt du, dass du erfolgreich in die Bauchatmung geswitched bist.


Noch mehr Lifehacks gefällig?
Dann schau doch mal bei unserem Medientraining vorbei.

Autor:
Sonja Einert, Stage Academy

Schlagworte:
Präsentation, Interview, Pressekonferenz, Vortrag, Auftritt, Medientraining, Füllwörter, kritische Fragen, Blackout, Atemtechnik, Stimmtraining